5. SSW: Meine Frau ist schwanger!



Achterbahn der Gefühle

„Yuhuu!“ oder „Ohje!“ – Beides sind vollkommen verständliche und normale Reaktionen. Als Partner/Partnerin unterscheidet sich die Wahrnehmung und das Erleben zu seiner schwangeren Frau stark.

Die Verbundenheit, zu dem nicht sichtbaren, lässt meistens eine Weile auf sich warten. Vieles ist erst einmal Kopfkino und alles fühlt sich unwirklich an. Großer Stolz, dass man dazu in der Lage ist ein Kind zu zeugen, kann sich schnell in Zweifel über die eigene Fähigkeit als Vater/Mutter und die lebenslange Bindung wandeln.


Natürlich muss das nicht sein. Aber wie du sicher schon in den ersten Zeilen gemerkt hast, ist die Diversität und Widersprüchlichkeit der Gefühle bei Männern stark ausgeprägt und das ist vollkommen normal!


Es ist in Ordnung nicht die gleichen Gefühle, wie deine schwangere Partnerin, zu haben.



Beziehung zum Ungeborenen

Lass‘ dir damit Zeit, die Freude und die Bindung zu deinem Kind, wird kommen!

Vielleicht erst mit der Geburt oder auch vielleicht erst nach ein paar Jahren. Alles ist vollkommen in Ordnung. Deiner Frau wird es wahrscheinlich genauso gehen, dass Freude und Angst sich schnell abwechseln. Deshalb sei offen mit dem was du fühlst und denkst.


Nimm‘ deine Partnerin mit in deine Gedankenwelt. Es ist gut, wenn die Mütter die Distanz nicht als Desinteresse oder leichtfertige Unbekümmertheit missverstehen. Oft hilft es, wenn man beim ersten Ultraschall beim Frauenarzt dabei ist. Da wirst du sehen wie dein Kind in der Gebärmutter deiner Frau liegt und dort wohnt.




Schmusekatze und Kratzbürste in Einem

Da Schwangere in den ersten Monaten viel durchleben und der Körper sich auf die Schwangerschaft einstellt, kann es dazu kommen, dass deine Frau nicht gerade umgänglich ist. Auch starke Frauen benötigen in der Schwangerschaft oft eine starke Schulter und werden schutzbedürftig.


Wenn deine Partnerin also mal wieder etwas schwierig ist, dann versuche nicht eine intellektuelle Lösung für ein scheinbares Problem zu finden, sondern nimm sie in den Arm und versichere ihr, dass du für sie da bist.

Und damit kommen wir zur „Goldenen Regel“ in der Schwangerschaft:
Deine Frau hat immer Recht! 

Natürlich stimmt das so nicht, aber die meisten „Probleme“ sind keine, sondern nur ein Gefühl der Überforderung und des Alleinseins damit. Es geht in der Regel nicht um harte Fakten, auch wenn die Anschuldigung so aussieht, sondern um weiche Gefühle. Du kannst diese vielleicht nicht ganz nachvollziehen, aber versuche beruhigend auf deine Frau einzuwirken.


Was für ein Vater oder Mutter werde ich sein?

Neben den Ängsten und kontroversen Gefühlen, die man als Bald-Vater/Mutter hat, kommt auch bald die Frage auf, was für ein „Typ“ Vater/Mutter man sein wird. „Werde ich vor allem viel arbeiten oder möchte ich möglichst viel Zeit mit meinem Kind verbringen? Werde ich ein strenger, auf Ordnung und Disziplin bedachter Vater/bedachte Mutter sein oder eher nachgiebig und immer bereit fünf gerade sein zu lassen? Oder werde ich lieber einen Mittelweg finden? Wie war meine Kindheit und was habe ich dort erlebt? Welche Werte sind mir mitgegeben worden, die ich wichtig finde und an welchen fehlte es?“ Sprich mit deiner Frau darüber und wie du dir die Rollenverteilung vorstellst. Was ist dir besonders wichtig? Vielleicht merkt ihr, dass ihr in vielen Punkten übereinstimmt und in anderen Punkten weit auseinander liegt, sodass es vielleicht schon im Vorfeld besprochen werden sollte.


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