33. SSW: Ein Entschluss ohne Reue!

Wenn es um das eigene Baby geht sind die Entscheidungen nicht immer leicht. Insbesondere bei so einschneidenden Entschlüssen wie ein Kaiserschnitt oder die Fläschchennahrung. Hier erhältst du einen kleinen Einblick was dir bei der Entscheidung für einen Kaiserschnitt oder für die Fläschchennahrung helfen kann.



Den eigenen Weg der Geburt finden.

Viele Gedanken kreisen um das Thema Geburt und wie diese aussehen wird, was dabei zu beachten gibt. Hoffnungen und Ängste kommen unter Umständen zu Tage. Manche Frauen möchten sich mit dem Thema gar nicht auseinandersetzen, um sich nicht von ihrer positiven Einstellung ablenken zu lassen. Jeder hat einen anderen Umgang mit der Vorbereitung auf die Geburt und jeder hat auch eine andere Einstellung dazu wie die Geburt für sich persönlich aussehen soll. Da gibt es die Frauen, die sich im Wasser gebären sehen, andere möchten lieber auf einem Gebärhocker sitzen. Manche möchten daheim ihr Kind auf die Welt bringen, andere Mütter nur mit Anwesenheit von Kinderärzten. Manche Mütter fragen sich ob eine natürliche Geburt für sie in Frage kommt oder ein Kaiserschnitt doch die bessere Variante für sie und ihr Baby ist.

Fakt ist: Kaiserschnitt ist eine Alternative zur natürlichen Geburt. Die entscheidende Frage ist „was ist der passende Weg für mich und mein Kind?“




Wenn ein Kaiserschnitt der einzige Weg ist...

... aus medizinischen Gründen

Nicht jede Mutter hat das Glück zu entscheiden. Es gibt Schwangerschafts- und Geburtsverläufe, die einen Kaiserschnitt unabdingbar machen. Es gibt keine andere Alternative. Das zu erfahren ist für den einen oder anderen unter Umständen erstmal etwas schwer zu verdauen. Doch, was würden man ohne Kaiserschnitt tun? Dadurch würde man in solchen Situationen die Gesundheit von Mutter und Kind gefährden. Damit das nicht passiert, gibt es den Kaiserschnitt. In solchen Situationen ist es wichtig sich darauf vorzubereiten, damit man weiß was auf einen zukommt. Auch hierfür ist ein Geburtsvorbereitungskurs sehr wichtig. Er bereitet dich genau darauf vor.


... aus persönlichen Gründen

Nun bist du aber in der glücklichen Rolle zu entscheiden wie dein Kind auf die Welt kommen soll. Die Entscheidungsfindung kann sehr komplex sein. Vielleicht hattest du schonmal eine Geburt auf natürlichem Weg und es war eine Erfahrung, die für dich dazu geführt hat, dass dieser Weg für dich nicht mehr in Frage kommt. Oder aber du hattest noch nie eine Geburt, aber du kannst es dir beim besten Willen nicht vorstellen die Geburt auf natürlichem Wege zu bewerkstelligen. Egal wie deine Entscheidungsfindung aussieht, am Ende solltest du vollkommen gefestigt und selbstbewusst hinter deiner Wahl stehen. Nicht jeder kann unter Umständen deine Gründe für deine Entscheidung nachvollziehen, aber das ist nicht wichtig, denn du bist die Mutter deines Kindes und es ist dein Körper, der die Geburt vollbringen soll.


Wenn sich Bedürfnisse konträr gegenüber stehen

Das gleiche gilt für eine Entscheidung gegen das Stillen und für das Fläschchen. Mache dir bewusst, was das für dich und dein Baby bedeutet. Wenn du zu dem Schluss kommst, dass es für dich und dein Kind das Gesündeste ist Ersatznahrung zu geben, dann hat jeder diese Entscheidung zu akzeptieren. Du wirst immer die beste Entscheidung treffen – für dich und dein Baby.

Was dir gut tut, wird sich auch positiv auf dein Kind auswirken. Denn gelassene Eltern führen zu gelassenen Kindern.


Hole das Beste aus jeder Situation raus!

Wenn du dich für einen Kaiserschnitt entscheidest – oder keine andere Wahl hast -, dann können dir folgende Dinge helfen:

  • Mache dir Bewusst, was eine solche Entscheidung für Konsequenzen mit sich bringen kann

  • Achte darauf, dass du viel mit deinem Baby bonden kannst

  • Achte darauf, dass immer jemanden bei dir ist, der dir dabei hilft dein Kind hochzunehmen, es zu wickeln, es dir zum Stillen zu geben und beim Anlegen hilft.

  • Habe jemanden daheim, der dir in den ersten 4 Wochen immer etwas zu Essen macht, den Haushalt schmeißt, ggf. auf Geschwisterkinder aufpasst und die alltäglichen Botengänge macht

  • Bereite in der Schwangerschaft Mahlzeiten für die Zeit nach der Geburt vor und mache sie haltbar.

  • Habe ein Babybett, das du durch die Wohnung schieben kannst und in das du auch Nachts problemlos greifen kannst ohne dich aufrichten zu müssen

  • Habe daheim genügend Ibuprofen und Paracetamol

  • Mache nach dem Kaiserschnitt bei dir und deinem Baby eine Darm-Aufbaukur auf Grund der Antibiotikagabe

  • Zur Allergieprophylaxe und der Prophylaxe für Diabetes Typ I kannst du etwas von deiner Scheidenflora im Mundbereich deines Kindes verteilen. Dadurch sorgst du für eine Besiedlung des Darmes, wie es bei einer natürlichen Geburt der Fall wäre. Stillen hilft auch für eine solche Besiedlung.



Checkliste: Ja, zum Kaiserschnitt!

Hier eine kleine Checkliste für dich, ob du hinter deiner Entscheidung für einen Kaiserschnitt stehen kannst oder ob du vielleicht nochmal darüber nachdenken oder mit einer (Fach-)Person sprechen möchtest:

Ich bin mir bewusst, dass ich nach dem Kaiserschnitt für einige Wochen Schmerzen und Probleme beim Aufstehen haben werde

○ Ja

Ich bin mir bewusst, dass ich durch einen Kaiserschnitt ein Jahr lang nicht schwanger werden sollte

○ Ja

Ich bin mir bewusst, dass ein Kaiserschnitt ein erhöhtes Risiko mit sich bringt, bei jeder weiteren Schwangerschaft an der Kaiserschnittnarbe zu reißen

○ Ja

​Ich bin mir bewusst, dass wieder Schwanger zu werden erschwert sein kann

○ Ja

Ich bin mir bewusst, dass durch einen Kaiserschnitt ein erhöhtes Risiko für Allergien, Diabetes Typ I bei meinem Kind hervorgerufen wird

○ Ja

Ich bin mir bewusst, dass ich ein erhöhtes Risiko für Thrombosen, Embolie und Blutungen habe

○ Ja

Ich bin mir bewusst, dass ein Kaiserschnitt meinem Kind ermöglicht gesund auf die Welt zu kommen.

○ Ja

Ich bin mir bewusst, dass ich nach der Geburt starke Schmerzen haben werde, die mich in meiner Mobilität einschränken.

○ Ja

​Ich bin mir bewusst, dass Bonding nach einem Kaiserschnitt sehr wichtig ist, um die natürlichen Prozesse der Rückbildung und des Stillstartes zu fördern

○ Ja

Ich bin mir bewusst, dass durch einen Kaiserschnitt der Stillstart erschwert sein kann und der Milcheinschuss später einsetzt.

○ Ja

Ich bin mir bewusst, dass Bonding kein isoliertes Ereignis ist, sondern jederzeit fortgesetzt oder nachgeholt werden kann.

○ Ja

Mir geht es mit der Entscheidung zu einem Kaiserschnitt sehr gut und habe keine Fragen mehr dazu

○ Ja










Checkliste: Ja, zum Fläschchen!

Hier eine kleine Checkliste für dich, ob du hinter deiner Entscheidung für das Fläschchen stehen kannst oder ob du vielleicht nochmal darüber nachdenken oder mit einer (Fach-)Person sprechen möchtest:







Ich bin mir bewusst, dass Ersatznahrung deutlich weniger Inhaltsstoffe beinhaltet als Muttermilch.

○ Ja

Ich bin mir bewusst, dass Ersatznahrung bindungsfördernd gegeben werden kann.

○ Ja

Ich bin mir bewusst, dass Ersatznahrung weniger Schadstoffe enthält und bei Rauchern oder Medikamenteneinnahme der Mutter sogar die bessere Variante sein kann.

○ Ja

Ich bin mir bewusst, dass ich meinem Baby auch die erste Milch (Kollostrum) geben kann, auch wenn ich nicht stillen möchte.

○ Ja

Ich bin mir bewusst, dass Bonding kein isoliertes Ereignis ist, sondern jederzeit fortgesetzt oder nachgeholt werden kann und besonders bei Fläschchenkindern viel gemacht werden sollte.

○ Ja

Ich bin mir bewusst, dass Stillen die beste Nahrung für mein Baby ist, aber die Vorteile vom Fläschchen überwiegen.

○ Ja

Mir geht es mit der Entscheidung das Fläschchen zu geben besser, als zu stillen.

○ Ja

Die Unsicherheit bleibt? Dann spreche mich an!

Gerne stehe ich dir in meiner Onlinesprechstunde Frage und Antwort.



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